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Interview: Im Gespräch mit Herrn Dr. Tom Kirschbaum, Mitgründer und Geschäftsführer door2door

Smart City

Herr Dr. Tom Kirschbaum, Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutsche Startups und Gründer von door 2 door, während seines Blisscity-Vortrages im Panel New Economy. Bildquelle: Wolfgang List.

Blisscity – Deutschlands erste Smart City Convention – fand am 21. + 22. November in Frankfurt statt. Dr. Tom Kirschbaum, Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutsche Startups und Gründer von door 2 door, hielt dort den Vortrag zum Thema “Deutsche Smart Cities als Keimzelle für Entrepreneure”. Lesen Sie im Folgenden das Interview, welches SmartCityNews.global mit dem erfahrenen Gründer führte.

 

Etezadzadeh: Hallo Herr Dr. Kirschbaum, toll, dass Sie Teil der Blisscity sind und dass der Bundesverband Deutscher Startups e.V. das Format unterstützt. Was macht die Blisscity aus Ihrer Perspektive interessant?

Kirschbaum: Blisscity beschäftigt sich mit dem Thema Smart City, welches sehr aktuell ist und sich mit der Digitalisierung von Städten auseinandersetzt. Hierfür ist es sehr wichtig eine Schnittstelle zu haben – einen Ort, an dem alle Akteure und Entscheidungsträger, von traditionellen Industrien und Verwaltungsträgern bis hin zu Zukunftsvisionären und neuen, digitalen Unternehmen zusammenkommen. Die Blisscity bietet die Möglichkeit, Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für das städtische Leben zu diskutieren, aber auch direkt zu formen und zu beeinflussen. Besonders im Bereich der Mobilität, in dem wir Verbesserungen vorantreiben, wird sich in den Städten viel verändern. Eine Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Industrie ist hierfür absolut notwendig. Daher ist die Blisscity für uns ein wichtiger Treffpunkt. Smart City beinhaltet viele Unterthemen, aber Mobilität spielt bei dem Gedanken einer intelligent und vernetzten Stadt eben eine besonders tragende Rolle. Überall wird von autonomen Autos und deren digitaler Vernetzung gesprochen, aber bisher hat noch keine Veranstaltung in Deutschland die Technologie in einem solch großen Rahmen thematisiert.

Etezadzadeh: Zum Bundesverband – Passen Startups und eine Verbandsorganisation eigentlich zusammen?

Kirschbaum: Bei einer Startup-Szene, die stetig wächst, ist ein Verband, der die Interessen von Startups gegenüber der Politik, Verwaltung und der Gesellschaft vertritt, geradezu unabdingbar, weil die meisten Startups eben nicht die Größe haben, dies alleine leisten zu können. Das Streben nach Erneuerung verbindet, doch die Herausforderungen einer Startup-Gründung sind immens, gleichgültig welchen Bereich man bedient. Startups brauchen Netzwerke und Öffentlichkeitsarbeit, um Investoren zu finden und Gründungspolitik zu fördern. Denn um zukünftig auch international in einer schnelllebigen Welt mithalten zu können, wird auch in Deutschland der Bedarf nach Innovation wachsen und somit die Bedeutung von Startups weiter steigen. Da liegt eine Verbandsorganisation sehr nah. Sowohl was das Thema Interessenvertretung betrifft als auch die Öffentlichkeitsarbeit und das Bilden von Netzwerken.

Etezadzadeh: Was ist das Ziel Ihres Verbandes?

Kirschbaum: Der Bundesverband Deutscher Startups e.V. ist die Stimme der Startups in Deutschland und engagiert sich für ein gründerfreundliches Deutschland. In Zusammenarbeit mit der Politik möchten wir Erneuerung erlebbar machen und eine Kultur der Selbstständigkeit fördern. Wir möchten die Hürden für Unternehmensgründungen senken und für innovatives Unternehmertum werben. Auch das Netzwerken ist eine wichtige Aufgabe des Verbands.

Etezadzadeh: Hauptberuflich sind Sie ja selbst Gründer. Macht das Gründen in Deutschland eigentlich Spaß?

Kirschbaum: Das Gründen macht nicht nur Spaß, es hat auch Zukunft. Die Startup Szene in Deutschland boomt, da sich immer mehr Menschen dazu entscheiden, sich mit einer innovativen Idee selbstständig zu machen. Besonders in Berlin gibt es mehr und mehr Gründungen. Allerdings darf man die Herausforderungen nicht unterschätzen, denn eine gute Idee in Realität umzusetzen und groß und erfolgreich zu machen ist ein steiniger Weg. Man sollte etwas Risikofreude mitbringen und bereit sein, Fragen zu beantworten, die sich bisher niemand stellen musste. Hier ist ein Beispiel: Unsere Rideshare Technologie bietet dem ÖPNV die Möglichkeit, Menschen von überall abzuholen und an beliebige Zielorte zu bringen. Allerdings war juristisch und konzessionsrechtlich vieles zu klären, da so ein Service zur Zeit der Rechtsschreibung noch unabsehbar war. Ein Startup zu gründen, bedeutet eben oft nicht einfach nur ein Produkt auf den Markt zu bringen, sondern auch politische, rechtliche und gesellschaftliche Grundlagen zu erarbeiten.

Etezadzadeh: Sie werden in Ihrem Vortrag u.a. darauf eingehen, was sich in Deutschland für Gründer ändern müsste. Gibt es i.E. in der politischen Sphäre Bewegung zugunsten der Entrepreneure und Adressaten, die sich entschieden für Startups einsetzen?

Kirschbaum: Es gibt definitiv eine Bewegung zu Gunsten der Startups in Deutschland. Vor einigen Wochen durften wir im Zusammenhang einer Pressekonferenz Wirtschaftsministerin Frau Brigitte Zypries in unserem Headquarter in Berlin begrüßen. In ihrer Ansprache lobte sie den Mut der Gründer und sprach sich noch einmal explizit dafür aus, bürokratische Hürden in Zukunft zu verringern, um den Weg in die Selbstständigkeit zu vereinfachen. Es wird allerdings auch Aufgabe der Politik sein, durch entsprechende Maßnahmen die Angst vor Fehlschlägen zu reduzieren. Wir brauchen eine Gesellschaft, die offen für Innovation ist und aus der innovative Ideen geschöpft werden können. Das bedeutet, Startup ist sowohl ein Geschäftsmodell als auch eine Lebenseinstellung.

Etezadzadeh: Was macht eigentlich Ihre Company door2door? Kann man Ihr Produkt schon testen?

Kirschbaum: Wir sind ein Mobility Startup, das öffentlichen Verkehrsunternehmen und Städten eine Software-Plattform zur Verfügung stellt, damit diese erstmals eigenständig neue On-Demand-Mobilitätsangebote, wie z.B. Ridesharing, betreiben können – eingebettet in den traditionellen ÖPNV. Mit diesem Ansatz wollen wir den starren ÖPNV in ein flexibles und dynamisches System umwandeln und damit die Anzahl privater Autos auf den Straßen signifikant reduzieren, den Verkehr optimieren und dadurch mehr Lebensraum in den Städten schaffen. Im September hat die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) auf Grundlage unserer Plattform als erstes ÖPNV-Unternehmen deutschlandweit den ‘On-Demand’-ÖPNV umgesetzt. Mit dem Rideshare-Angebot myBUS, das nahtlos das Nahverkehrsnetz der DVG eingebettet ist, können Nutzer per App ein Shuttle buchen, das sie bequem von A nach B bringt und sich die Fahrten mit anderen Passagieren teilen, die eine ähnliche Route haben. Weitere Städte folgen in Kürze.

 

Lieber Herr Dr. Kirschbaum, vielen Dank für das Gespräch und Ihren tollen 3-in-1 Vortrag in Frankfurt! Wir haben die Arbeit des Bundesverbands Deutsche Startups kennengelernt, die Perspektive eines Gründers mit einem hochinteressanten Track-Record und einem zukunftsweisenden Unternehmen vermittelt bekommen und gleichzeitig einen spannenden Smart City Vortrag zum Thema New Economy erlebt! Danke, dass Sie uns mit Ihrem Vortrag diese vielfältigen Einblicke gewährt haben! Wir sehen uns bestimmt bald wieder und door2door hoffentlich zukünftig in vielen Städten!

Blisscity

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